





Bei der Auswahl von Kokosmatten für Microgreens kommt es nicht nur auf die Abmessungen und die Dicke an. Ein wichtiger Unterschied liegt auch in der Verarbeitung der Kokosfasern: Wird die Matte mit einem Binder wie Latex stabilisiert oder kommt sie ohne Bindemittel aus?
Wir haben in den vergangenen Wochen verschiedene Varianten und Zuschnitte getestet und dabei eine interessante Feststellung gemacht: Für unsere Anwendung ist eine zusätzliche Latexbindung nicht zwingend notwendig.
Warum wird Latex bei Kokosmatten verwendet?
Kokosmatten bestehen aus natürlichen Kokosfasern. Damit daraus eine gleichmäßige und ausreichend stabile Matte entsteht, können die Fasern mit Latex gebunden werden.
Das hat praktische Vorteile. Die Matte erhält eine gleichmäßige Oberfläche, die Fasern werden zusammengehalten und das Material lässt sich gut handhaben.
Für die Anzucht von Microgreens stellt sich allerdings die Frage: Brauchen wir diese zusätzliche Bindung überhaupt?
Unsere bisherigen Tests zeigen, dass für unsere Anwendungen auch eine Variante ohne Latex bzw. ohne Binder interessant ist.

Kokosmatten ohne Binder benötigen mehr Kokosfaser
Interessant war hierzu auch die Rückmeldung aus der Produktion.
Eine binderfreie Matte ist nicht automatisch wesentlich günstiger. Wird auf den Binder verzichtet, muss für eine gleichmäßige und geschlossene Oberfläche mehr Kokosfaser eingesetzt werden.
Dadurch kann die Matte ohne Binder außerdem etwas dicker ausfallen als eine vergleichbare einseitig gebundene Variante.
Das zeigt, dass die Kalkulation nicht ganz so einfach ist wie:
kein Latex = automatisch deutlich günstiger.
Ein Teil der eingesparten Verarbeitung beziehungsweise des Bindemittels wird durch einen höheren Fasereinsatz ausgeglichen.
Welche Größen testen wir?
Für unsere Microgreen-Produktion beschäftigen wir uns derzeit insbesondere mit mehreren Zuschnitten.
20 × 28 cm
Dieses Format verwenden wir als vollständige Anzuchtmatte. Von dieser Größe benötigen wir entsprechend größere Mengen.
Aktuell liegt unser Verbrauch bei ungefähr 300 vollständigen Matten pro Woche. Das entspricht bereits rund 15.000 Matten pro Jahr, wobei wir mit steigenden Mengen rechnen.
Für solche Stückzahlen wird auch die Logistik zunehmend wichtig. Statt kleine Mengen nachzubestellen, möchten wir perspektivisch mehrere Tausend Matten auf Paletten lagern und ungefähr alle vier bis sechs Monate nachbestellen.
20 × 14 cm
Zusätzlich benötigen wir ein halbiertes Format mit 20 × 14 cm.
Technisch sind solche Zuschnitte grundsätzlich möglich. Bei der Produktion von Kokosmatten spielt jedoch die Stückzahl eine wichtige Rolle: Individuelle Abmessungen werden beim Hersteller in größeren Schneidzyklen produziert, weshalb für Sonderformate schnell mehrere Tausend Stück erforderlich sind.
Kleine Kokospads für den Einzelhandel
Besonders interessant ist für uns momentan noch ein wesentlich kleineres Format.
Für ein geplantes Retail- bzw. Supermarktprojekt haben wir zunächst binderfreie Kokospads mit 12 × 8 cm getestet.
Der Test hat gezeigt, dass dieses Format für unsere Anwendung noch nicht optimal ist. Nach mehreren Messungen sind wir bei einer gewünschten Größe von:
11,5 × 9 cm
gelandet.
Diese kleinen Pads sollen später vor allem für Anwendungen interessant werden, bei denen Verbraucher Microgreens selbst anbauen können.
Gerade bei solchen Produkten machen wenige Millimeter überraschend viel aus. Das Pad muss schließlich nicht nur zur Pflanze, sondern auch exakt zum vorgesehenen Behälter beziehungsweise zum gesamten Anzuchtsystem passen.
Warum keine abgerundeten Ecken?
Bei unseren Mustern kam außerdem die Frage auf, ob die kleinen Pads mit abgerundeten Ecken produziert werden können.
Bei der aktuell verwendeten Fertigung ist das nicht vorgesehen. Die Kokosmatten werden zugeschnitten und nicht mit einer Form ausgestanzt.
Rechteckige Sondergrößen lassen sich deshalb relativ einfach realisieren. Für exakt definierte Rundungen wäre dagegen ein anderes Produktionsverfahren beziehungsweise ein entsprechendes Stanzwerkzeug erforderlich.
Für unsere Anwendung ist das kein großes Problem. Entscheidend sind für uns in erster Linie die richtigen Außenmaße.
Mit Latex oder ohne Latex – was ist für Microgreens besser?
Diese Frage lässt sich nicht allein anhand des Materials beantworten.
Eine latexgebundene Kokosmatte kann Vorteile bei Stabilität, Gleichmäßigkeit und Handhabung haben. Eine binderfreie Variante ist dagegen besonders interessant, wenn man bewusst auf zusätzliche Bindemittel verzichten möchte.
Für uns ist deshalb vor allem der praktische Test entscheidend:
Wie gut lässt sich die Matte bewässern? Bleibt sie während der Kultur stabil? Wie gleichmäßig wachsen die Microgreens? Wie verhalten sich die Wurzeln? Und wie groß ist am Ende der tatsächliche Preisunterschied?
Genau diese Punkte möchten wir mit den verschiedenen Varianten weiter untersuchen.
Unser nächster Schritt
Bei Kokosmatten wirken Unterschiede von wenigen Zentimetern oder die Frage nach einem Bindemittel zunächst wie kleine Details. Sobald man jedoch regelmäßig größere Mengen Microgreens produziert, werden genau diese Details relevant.
Aktuell arbeiten wir deshalb mit drei besonders interessanten Formaten:
20 × 28 cm als vollständige Anzuchtmatte, 20 × 14 cm als kleineres Produktionsformat und 11,5 × 9 cm als kompaktes Pad für unser geplantes Retail-Projekt.
Parallel vergleichen wir Varianten mit Latex und ohne Binder.
Besonders spannend wird für uns sein, wie sich die binderfreien Matten langfristig in der täglichen Microgreen-Produktion schlagen. Darüber werden wir hier auf microgreen-matten.de weiter berichten.